Ernährung

Achtung giftig!

Was darf nicht in den Napf

In unserem 3-teiligen Blog über geeignete Lebensmittel für den Hund haben wir Euch für Hunde passende Obst- und Gemüsesorten, Kohlenhydratquellen und Öle vorgestellt. Nun folgt ein Beitrag zu den Lebensmitteln, die für Hunde giftig sind und die auf keinen Fall im Hundenapf landen sollten.

Obst

Trauben/Rosinen/Korinthen/Traubentrester

Bislang ist noch nicht endgültig geklärt, was die Toxizität in diesen Früchten bewirkt. So mancher Hund hat den Verzehr von Trauben vertragen, andere erlitten schwere Vergiftungen mit Nierenversagen, die teils tödlich endeten.

Vermutet werden zum einen Bestandteile der Traubenkerne, eine weitere Theorie ist eine toxische Reaktion auf die eingesetzten Pflanzenschutzmittel. Die toxische Dosis liegt bei 10-30 g/kg Körpergewicht. Symptome einer Vergiftung sind Erbrechen, Schock, Nierenversagen mit vermehrtem oder vermindertem Harnfluss, erhöhte Nierenwerte im Blut bis hin zum Tod.

Bitte achtet darauf, dass Euer Hund keinen Zugang zu den süßen Früchten hat, Trauben sollten immer außer der Reichweite von Hunden gelagert werden.

Obstkerne:
Generell solltet Ihr bei der Verfütterung von steinhaltigem Obst darauf achten, die Kerne zu entfernen, da diese Blausäure enthalten. Obst sollte außerdem gründlich gewaschen oder geschält werden und nach individueller Verträglichkeit verfüttert werden.

 

Gemüse

Avocado 

Avocados sind für uns Menschen gesunde und energiereiche Früchte mit einem hohen Anteil gesunder Fettsäuren. Für Hunde eignen sich Avocados nicht, zum einen besteht die Gefahr des Verschluckens der Kerne, was zum Darmverschluss führen könnte, zudem enthalten Avocados Persin. Dieses Toxin kann zu Magen-Darm-Symptomen führen, der Verzehr von hohen Dosen kann außerdem potentiell Herzschädigungen zur Folge haben. Gerade auch für Hunde, die auf eine fettarme Kost angewiesen sind (z.B. bei Bauchspeicheldrüsenentzündungen), sind Avocados ungeeignet.

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Knoblauch

Das im Knoblauch enthaltene Allicin ist für Hunde giftig. Knoblauch wird von vielen Hundehaltern gerne als „Hausmittel“ eingesetzt, er soll vor Mücken, Flöhen und Zecken schützen und sogar eine Wirkung gegen Würmer entfalten. Diese positiven antiparasitären Eigenschaften konnten bislang wissenschaftlich nicht erwiesen werden. Hunde sollen täglich nicht mehr als 4 g frischen Knoblauch erhalten, mit 5 g/kg/Tag erreicht man die für Hunde toxische Dosis. Vorsicht ist auch bei Knoblauchflocken/-extrakt geboten, durch den geringen Wassergehalt bzw. die hohe enthaltene Konzentration in den Extrakten, sinkt die toxische Dosis auf 1,25ml/kg über eine Woche. Allicin führt zur Bildung von sogenannten Heinz-Körperchen, die roten Blutkörperchen platzen auf und können eine Anämie (Blutarmut) zur Folge haben. Symptome einer Vergiftung sind Erbrechen, Durchfall, Ikterus (Gelbsucht), schneller Herzschlag, schwacher Puls und Blutarmut mit blassen Schleimhäuten.
Folglich sollte sich jeder Hundebesitzer fragen, ob der Nutzen für seinen Hund wirklich so groß sein kann, dass er die potentiell negativen Auswirkungen auf den Organismus aufhebt.

Zwiebeln

Das in Zwiebeln enthalte N-Propyldisulfid wirkt ähnlich wie das, in Knoblauch enthaltene, Allicin. Die Symptome gleichen den in Knoblauch beschriebenen.
Bitte beachtet, dass neben Knoblauch und Zwiebeln auch Lauch, Bärlauch, Schnittlauch und Schalotten zu den Zwiebel- und Lauchgewächsen gehören. All diese Sorten sollten nicht verfüttert werden. Besonders empfindlich scheinen Inus auf die Aufnahme zu reagieren.
Solltet Ihr Gemüseflocken füttern, vergewissert Euch bitte, dass diese keine Lauch-oder Zwiebelgewächse beinhaltet sind. Diese werden oft aus Gründen der schönen und gesunden Optik eingesetzt.

Süssigkeiten

Schokolade

Nicht nur uns, auch vielen unserer Hunde würde Schokolade ganz ausgezeichnet schmecken und so mancher Hund hat den Verzehr eines Schokoladennikolauses überstanden, dennoch: Das in Schokolade enthalten Theobromin ist giftig für unsere Hunde. Je dunkler die Schokolade ist, desto gefährlicher ist sie. Der Verzehr von Schokolade führt ab einer Dosierung von 20mg/kg u.a. zu Symptomen wie Erbrechen, Durchfall, erhöhter Körpertemperaturen, Atemnot und Herzrhythmusstörungen. Ab etwa 60 mg/kg kann es zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen. Im schlimmsten Fall kann der Hund an einer Schokoladenvergiftung versterben (etwa 100-250 mg/kg). Bitte greift bei der Verfütterung von Belohnungen niemals auf Schokolade zurück! Lieber bietet Ihr Nüsse, Nudeln oder Gemüse an, wenn Ihr auf herkömmliche Leckerlies verzichten wollt.

Wenn Ihr die Ration Eures Hundes individuell ergänzen wollt, lest unsere 3 Artikel zu „Geeignete Lebensmittel für Hunde (Teil 1, Teil 2, Teil 3)“. Hier erfahrt Ihr beispielhaft, was Hunde fressen dürfen, sowie Hintergründe zu den verwendeten Nahrungsmitteln.

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Süßstoff

Viele Hundebesitzer wissen nicht, wie gefährlich Süßstoff für den Hund ist. Das kann sogar soweit gehen, dass bei versehentlichem Verzehr entsprechender Lebensmittel, mit dem Tod des Hundes zu rechnen ist.

Viele Lebensmittel für Menschen enthalten den Zuckeraustauschstoff Xylitol. Schon 0,1 Gramm des Stoffes pro kg Körpergewicht können tödlich sein. Xylitol ist u.a enthalten in kalorienreduzierten Lebensmitteln, Kaugummis und zuckerfreie Bonbons. Durch eine hohe Insulinausschüttung wird der Zuckerspiegel im Blut gesenkt und es kommt zu Krämpfen, die über Koma bis zum Tod führen können.

 

Welche Symptome zeigt der Hund bei einer Vergiftung?

Sollten ein oder mehrere der folgenden Symptome vorliegen, handelt es sich sehr wahrscheinlich um die Anzeichnen einer Vergiftung:

  • Bauchschmerzen (der Hund streckt sich sehr häufig, will nicht laufen, presst seinen Bauch auf den Boden)
  • Durchfall/Erbrechen
  • Blutungen im Erbrochenen, im Kot oder im Urin
  • Starker Speichelfluss bis hin zum Schäumen
  • Starke Aufregung oder Teilnahmslosigkeit
  • Herzkreislaufbeschwerden (Hecheln, untypisches Verhalten)
  • Atemprobleme bis hin zur Atemnot
  • Fieber

Was tun, wenn der Hund etwas Giftiges gefressen hat?

Hat Dein Hund etwas Giftiges gefressen, solltest Du sofort zum nächsten Tierarzt fahren. Dieser wird den Hund durch eine Spritze zum Erbrechen bringen, wenn die Nahrungsaufnahme nicht länger als 2  Stunden zurück liegt. Der Tierarzt spritzt dazu ein Mittel, welches Erbrechen auslöst (Emetikum, z.B. Apomorphin).

Wenn der giftige Stoff bereits weiter in den Darm Deines Hundes gelangt ist, kann der Tierarzt durch spezielle Medikamente den Darm entleeren. Beim Enddarm geschieht das durch einen Einlauf.

Um zu verhindern, dass der giftige Stoff vom Darm in den Blutkreislauf Deines Hundes gelangt, verabreicht der Tierarzt häufig Aktivkohle. Diese bindet viele Giftstoffe an ihrer Oberfläche. Dein Hund scheidet die Aktivkohle, inklusive des gebundenen Gifts, über den Darm wieder aus.

Wenn sich das Gift bereits im Blutkreislauf des Tieres befindet ist es wichtig, den Giftstoff zu verdünnen und dafür zu sorgen, dass das Gift möglichst schnell mit dem Harn wieder ausgeschieden wird. Dafür erhält Dein Hund Veneninfusionen. Parallel verabreicht der Tierarzt ein harntreibendes Mittel (Diuretikum, z.B. Furosemid).

 

Gerne dürft Ihr uns bei Fragen kontaktieren unter tierarzt@vegdog.de.

Eure Lisa vom VEGDOG-Team

VEGDOG – veganes Hundefutter mit Tierärzten entwickelt

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2 thoughts on “Achtung giftig!”

  1. Nicole says:

    Wie steht es eigentlich mit reifen Tomaten? Da ließt man immer wieder sie wären giftig durch den Solaningehalt – nur genau das ist ja in reifen Tomaten nicht mehr enthalten.

    1. Lisa Walther says:

      Grundsätzlich spricht nichts dagegen, allerdings hemmt Solanin die Aufnahme von anderen Nährstoffen weshalb wir eine Fütterung nicht empfehlen würden.

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